18. Emder Friedenstage

Gespräche gegen Krieg und Kriegsvorbereitung 31. August bis 23. Oktober 2025 in Emden


Sonntag, 31. August 2025, 17:00 Uhr, Neue Kirche, Spende erwünscht
Konzert des Chores „Kanaljerood“ (Dirigent: Iassen Raykov)
Internationale Lieder und Gedichte gegen Krieg und Gewalt
Der Chor Kanaljerood aus Hengelo besteht seit 1980. Ursprünglich trat er bei verschiedenen lokalen und nationalen Kundgebungen auf. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich zu einem Projektchor. Lieder und Texte werden thematisch zusammengefasst. Viele Texte werden selbst zu bestehenden Melodien geschrieben oder aber auch neu komponiert. Die Intention des Chores ist nach wie vor, persönliche und gesellschaftliche Fragen durch Musik zur Sprache zu bringen. „Wer ist der Feind, Jahr für Jahr, was wird gewonnen, Kampf nach Kampf...“ WARUM? Nach zwei Weltkriegen! Das sind  die Fragen, die sich durch das Konzert ziehen.
Der langjährige Dirigent I. Raykov begleitet den Chor auf dem Klavier.


Donnerstag, 4. September 2025, 19:00 Uhr, Gröne Stee, Eintritt frei 
Sonja Ryll: Widerstand damals, Emden 1933-1945
Widerstand heute  - 2025?
Lesung mit anschließender Diskussion
Sonja Ryll zeigt anhand ausgewählter Geschichten aus der Neuauflage der Erzählungen von Friedrich Loop „Emden 1933-1945“, wie sich der Naziterror in Emden insbesondere gegen die organisierte Arbeiterschaft richtete, aber auch den mutigen Widerstand der Emder Jugend und der Kommunisten gegen die Faschisten. Illustriert wird der Vortrag von historischen Dokumenten aus der damaligen Presse und Fotos.
Erzählt wird von Aktionen, die die Nazis lächerlich machten, vom Leben in der Illegalität, von Stolz und Würde, aber auch die Geschichte von der kleinen roten Fahne, die als Vorlage für das Theaterstück „Das rote Kleid“ diente, das am 12. September 2025 im Festspielhaus am Wall aufgeführt wird.  


Dienstag, 9. September 2025, 19:30 Uhr, Gröne Stee, Eintritt frei
Simon Bödecker: Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen
Ab 2026 sollen US-Marschflugkörper und Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden, die binnen Minuten Ziele weit in Russland treffen können. Gleichzeitig entwickelt auch Russland solche Waffen und hat sie bereits in der Ukraine eingesetzt. Diese Entwicklung kann direkt in ein weiteres Wettrüsten und eine unkontrollierbare Eskalation in Europa führen!
Welche Folgen hat die geplante Stationierung? Führt sie uns direkt in einen neuen Kalten Krieg? Und was kann getan werden, um einer Eskalation in Europa entgegenzuwirken?
Simon Bödecker ist Referent für atomare Abrüstung bei „Ohne Rüstung Leben“ und Sprecher der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig.“. Er erklärt die Hintergründe der geplanten Stationierung und zeigt auf, warum Dialog und Rüstungskontrolle auch in der aktuellen Situation das Ziel sein müssen.


Dienstag, 16. September 2025, 18:30 Uhr, Gröne Stee, Eintritt frei
„Die Brücke“, Bernhard Wicki, Deutscher Filmpreis
Filmvorführung und anschl. gemeinsamer Austausch
Die Regierung will Armee und Gesellschaft wieder „kriegstüchtig“ machen. Kriegsverharmlosung und Militarismus setzen im Nachkriegsdeutschland schon 1955 mit Gründung der Bundeswehr ein. 1959 sieht Bernhard Wicki sich darum genötigt, den Film „Die Brücke“ zu drehen. Er beschreibt die letzten Tage des 2. Weltkrieges in einer deutschen Kleinstadt und zugleich die letzten Stunden im Leben von Walter, Jürgen, Karl, Klaus, Hans und Siggi. Die 16-jährigen Jugendlichen zieht es aus unterschiedlichsten Gründen trotz Sorge ihres Lehrers an die Front. Sie landen zu ihrem eigenen Schutz und Frust an einer unwichtigen Brücke vor ihrer Stadt. Gerade hier, im Kleinen und an diesen „Kleinen“, zeigt sich das reale Elend des Krieges – jedes Krieges! Der Film ist ein Muss für jeden (jungen) Menschen, der verantwortlich über sein eigenes Leben zwischen Krieg und Frieden nachdenken will.


Donnerstag, 18. Sept. 2025, 19:30 Uhr, Gröne Stee, Eintritt frei
Monika Bootz: Üben für den Krisen- und Kriegsfall – 
Die neue Ausrichtung der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit
Nationale Sicherheitsstrategie, Operationsplan Deutschland, Grünbuch 4.0, Zivil-Militärische Zusammenarbeit, Heimatschutz – wer sich da nicht zurecht findet, ist nicht allein. Gemeinsame Grundlage all dessen ist der Wunsch, dass es eine vorbehaltlose Unterstützung der Bundeswehr aus der gesamten Gesellschaft gibt. Ob bei der Feuerwehr, im Rettungsdienst, im Gesundheitswesen, in kommunalen Verwaltungen oder in privaten Firmen - vielerorts ist man längst dabei, diese Unterstützung aus den zivilen Bereichen zu organisieren und zu üben. Das nennt ein leitender Offizier der Bundeswehr die „Zeitenwende von unten“. 
Monika Bootz ist in Friedberg aktiv bei „Wetterauer Aktion Frieden“
(www.wetterau-aktionfrieden.de) und gehörte in diesem Jahr zum Organisationsteam vom Bündnis www.friedlicher-hessentag.de


Donnerstag, 2. Oktober 2025, 19:30 Uhr, Gröne Stee, Eintritt frei
Clemens Ronnefeldt: „Hintergründe zum Israel-Iran Konflikt - Absichten und Aussichten.“
Geht es beim militärischen Angriff Israels auf den Iran wirklich nur um den Atomkonflikt und um die Bekämpfung des internationalen Terrorismus? Und was genau steckt hinter der öffentlichen Aussage unseres Bundeskanzlers, dass Israel im Nahen Osten „die Drecksarbeit für uns alle“ erledige? Clemens Ronnefeldt ist langjähriger friedenspolitischer Beobachter auch des Nahen Ostens. Er hat Israel/Palästina mehrfach persönlich bereist und war auch im Iran. Gewiss wird er uns einen tieferen Einblick und Ausblick in den Konflikt geben als die herkömmlichen Medien. Anschließend ist wieder genügend Zeit zum gemeinsamen Austausch mit dem Thema und dem Referenten.
Seit 1992 ist Clemens Ronnefeldt Referent für Friedensfragen beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes.  


Donnerstag 23. Oktober 2025, 19:30 Uhr, Gröne Stee, Eintritt frei
Ute Rippel-Lau: Ärzte für den Krieg?
Mit dem neuen „Operationsplan Deutschland“ und der „Nationalen Sicherheitsstrategie“ rückt auch das Gesundheitswesen zunehmend in den Fokus militärischer Planungen. Die IPPNW warnt vor der schleichenden Vereinnahmung ärztlicher Ethik durch Kriegslogik. Krankenhäuser, medizinisches Personal und Versorgungskapazitäten sollen auf Kriegsszenarien vorbereitet werden. Das ist eine gefährliche Entwicklung. Für Berlin liegt der bundesweit erste Plan zur „medizinischen Gesundheitsversorgung in Krisen und Notlagen“ bereits vor. 
Die Beschäftigten im Gesundheitswesen sollten sich in Anbetracht der katastrophalen gesundheitlichen Folgen eines Krieges dem widersetzen. Nicht Kriegsmedizin, sondern Kriegsprävention ist ihre Aufgabe. 
Ute Rippel-Lau ist Fachärztin für Allgemeinmedizin in Hamburg und Mitglied im Vorstand der IPPNW (Ärzte gegen den Atomkrieg).